Veröffentlichungen

Im Laufe ihrer Tätigkeit hat die JOSEF PIEPER STIFTUNG die meisten ihrer Veranstaltungen doku­mentiert und in zwei Reihe publiziert: die Dokumentationen der JOSEF PIEPER STIFTUNG versam­meln die Beiträge der große Symposien, während die Vorträge der Foren in einer eigenen Reihe er­scheinen.

1. Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung

01 Aufklaerung durch TraditionAufklärung durch Tradition
Symposion der Josef-Pieper-Stiftung zum 90. Geburtstag von Josef Pieper, Mai 1994 in Münster
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von E. W. Böckenförde, H.-B. Gerl-Falkovitz, B. Guggenberger, W. Kasper, R. Lettmann, H. Maier, J. Rau, R. Spaemann, J. Twenhöven, M. Wasna, A. Zimmermann

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 1
Münster: LIT 1995 – ISBN 3-8258-2370-9

Wenn angesehene Wissenschaftler aus verschiedenen Fakultäten – Philosophie, Theologie, Rechts- und Gesellschaftswissenschaften – auf einem Symposion zu Ehren des Philosophen Josef Pieper im traditionsreichen Rathaus der Stadt Münster zusammenkommen, werden sie kaum in Gefahr sein, sich um Sokrates statt um die Wahrheit zu kümmern. Durch kompetente Darstellungen der europäi­schen und christlichen Traditionen entwickeln sie Einsichten und Hypothesen über aktuelle Themen wie Muße und Freizeit, das Heilige, Menschenwürde, Glück, das Sittengesetz und staatliches Recht, Christentum und neuzeitliches Denken sowie, in einem Vortrag des neunzigjährigen Jubilars selbst, über Platons Konzeption der „gottgeschickten Entrückung‘. Vertreter von Kirche, Staat, Stadt und Universität steuern außerdem aufschlussreiche und ansprechende Würdigungen des Werkes Josef Piepers bei.

02 Sprache und PhilosophieSprache und Philosophie
Forum am 28. April 1995
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von O. Marquard, M. Meiner, J. Pieper, B. Wald

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 2
Münster: LIT 1996 – ISBN 3-8258-261 1-2

Philosophisches Denken vollzieht sich in Begriffen und Worten, ist mit der Sprache eng verbunden. Indem er diesem Denken konkrete Gestalt gibt, er sich im Text mitteilt, ist der Philosoph Schriftstel­ler. Josef Pieper hat in seiner Philosophie die Herausforderung eines verständlichen und klaren Aus­drucks angenommen und umgesetzt. In einem Forum im April 1995 wurde als erster der auf 8 Bande angelegten Gesamtausgabe der Werke Piepers der Band mit den „Schriften zum Philosophiebegriff“ vorgestellt. Odo Marquard reflektierte die schriftstellerische Verantwortung des Philosophen. Josef Pieper selbst legte Überlegungen über Grund und Quelle des gesprochenen Wortes aus der Tradition vor. Dessen Philosophie umriss der Herausgeber der Werkausgabe. Der Verleger steuerte Aspekte über die besondere Aufgabe, philosophische Texte herauszuheben, bei. Den Band beschließt eine Abhandlung über den Philosophierenden und die Sprache.

03 Nachdenken ueber TugendenNachdenken über Tugenden
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von H.-R. Laurien, J. Pieper, B. Wald

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 3
Münster: LIT 1996 – ISBN 3-8258-2948-0 

Auf der Suche noch gemeinsamen Orientierungen und Werten in einer auseinanderstrebenden Ge­sellschaft scheint die Lehre von Grundhaltungen des Handelns, wie sie die europäische Philosophie im System der Tugenden ausgebildet hat, von neuer Aktualität zu sein. Die Bücher zu den Grundtu­genden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß und zu Glaube, Hoffnung und Liebe haben Josef Pieper besonders populär gemacht und gehören zu seinen erfolgreichsten und ca häufigsten übersetzten Schriften. Die Aktualität der Tugendlehre wird in diesem Buch, das eine Tagung zur Vorstellung der Schriften in der neuen Werkausgabe dokumen­tiert, auf zweifache Weise beleuchtet: Hanna-Renate Laurien zeigt sie als Grundlage für Gesellschaft und Politik; Berthold Wald stellt sie in den Kontext der aktuellen philosophischen Ethik. Josef Pieper selbst spricht über die überraschende Entstehungsgeschichte seiner sieben Tugendschriften. Der Band wird beschlossen durch den Wiederabdruck eines Textes von Josef Pieper.

04 Die Wahrheit und das Gute
Die Wahrheit und das Gute

Zwei Tagungen der Josef-Pieper-Stiftung
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von M. Bierich, H. Fechtrup, Fr.-X. Kaufmann, H. Luthe, Kl. Müller, R. Neudeck, Fr. U. Schmälzle, F. Schuhmacher, J. Splett

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 4
Münster: LIT 1999 – ISBN 3-8258-2370-9

Diese Schrift dokumentiert zwei sehr unterschiedliche Veranstal­tungen aus den Jahren 1997 und 1998. Am 28.2.1997 sprach bei einem Fo­rum der Josef-Pieper-Stiftung im Franz Hitze Haus Professor Dr. Franz-Xaver Kaufmann, Bielefeld, über ,,Das Soziale und das Gute“. Josef Pieper selbst wollte im Anschluß an diesen Vortrag eine „autobiographische Reminiszenz“ zu seiner frühen Schrift „Grundformen sozialer Spielregeln“ aus dem Jahre 1933 vortra­gen, war daran jedoch durch seine Krankheit gehindert. An seiner Stelle trug Tochter Monika Nessau den vorbereiteten Text vor; er ist eines seiner letzten Dokumente. Josef Pieper starb am 6. November 1997 im Alter von 93 Jahren. Am 26. März 1998 fand in der Aula des Schlosses eine Gedenkveranstaltung statt, zu der die Katholisch-Theologische Fakultät der Westfälischen-Wilhelms-Universität und die Josef­ Pieper-Stiftung gemeinsam eingeladen hatten. Der Titel dieser Veranstaltung, ,,Mystischer Realismus“, war eine Kurzformel, mit der Pieper selbst sein Denken und Mühen umschrieben hatte. Zwei Philosophen – Professor Dr. Jörg Splett, Offenbach, und Profes­sor Dr. Klaus Müller, Münster – würdigten sein Lebenswerk; drei Freunde – Bischof Dr. Hubert Luthe, Essen, Professor Dr. Mar­cus Bierich, Stuttgart, und Rupert Neudeck, Troisdorf – trugen persönliche Erinnerungen vor. Schließlich enthält diese Dokumentation auch die Predigt, die Pastor Dr. Ferdinand Schumacher während des Requiems für Josef Pieper am 14. November 1997 in der Pfarrkirche Liebfrauen­ Überwasser gehalten hat.

05 Zwischen Anfang und EndeZwischen Anfang und Ende
Nachdenken über Zeit, Hoffnung und Geschichte
Ein Symposium (Münster, Mai 1999)
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von G. Dohrn-van Rossum, J.T. Fraser, H. Lübbe, H. Maier, J.B. Metz, G.L. Müller, R. Saage

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 5
Münster: LIT, 2000 – ISBN 3-8258-4338-6

Zwischen Anfang und Ende: Unter diesem Titel veranstaltete die JOSEF PIEPER STIFTUNG im Mai 1999 im traditionsreichen Rathaus der Stadt Münster ein dreitägiges Symposion, das wenige Monate vor der Jahrhundertwende zum Nachdenken über Fragen der Zeit, der Hoffnung und der Geschichte anregen wollte. Diese Schrift dokumentiert die Ansprachen und Referate. Namhafte Philosophen und Theologen stellten Fragen der Zeit in einen großen geistesgeschichtlichen Zusammenhang, blickten zurück auf Epochen der abendländischen Geschichte und Heilsgeschichte, reflektierten die Gegen­wart mit ihren veränderten Zeiterfahrungen und gaben, nach dem „Ziel der Zeit im Umbruch der Weltbilder“ (Johann-Baptist Metz) fragend, Antworten aus der christlichen Botschaft. Wie mit den vorhergehenden Bänden dieser Schriftenreihe erinnert die Stiftung auch mit diesem Band 5 an den Münsterischen Philosophen Josef Pieper, den Namensträger der Stiftung, der die im Symposion erör­terten Fragen zeitlebens bedacht und in seinen Schriften behandelt hat.

06 Wissen und weisheitWissen und Weisheit
Zwei Symposien zu Ehren von Josef Pieper
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von Charles Taylor, Hans Joas, Ludwig Siep u.a.

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 6
Münster: LIT 2005 – ISBN 3-8258-8527-5

Den 100. Geburtstag ihres Namensträgers hat die JOSEF PIEPER STIFTUNG zum Anlass genommen, zentrale Fragen der Pieperschen Philosophie in einem dreitägigen Symposium unter dem Titel „Wis­sen und Weisheit“ neu zu bedenken. Zugleich gab dieses Symposium eine gute Gelegenheit, zum ers­ten Mal den „Josef-Pieper-Preis“ zu verleihen und damit auf den kanadischen Preisträger Charles Taylor, einen international anerkannten Sozial- und Religionsphilosophen, aufmerksam zu machen, der sich um eine Neubestimmung der Religion in der modernen Welt verdient gemacht hat. Dieser Band dokumentiert alle Ansprachen und Referate des Symposiums. Zugleich enthält der Band auch die Texte einer Tagung der Katholischen Aka­demie Rabanus Maurus in Frankfurt vom Januar 2004, die Pieper gewidmet war und ebenso wie das Münsterische Symposium sich mit zentralen Aspekten des Pieperschen Oeuvres befasste. Die Doku­mentation zeigte ebenso wie die zahlreichen sachkundigen und freundlich erinnernden Be­richte in den verschiedensten Medien zu seinem 100. Geburtstag deutlich, dass Josef Pieper auch 7 Jahre nach seinem Tod in seinen Schriften und in der Erinnerung seiner zahlreichen Schüler und Hörer ge­genwärtig ist.

07 Europa auf der Suche nach sich selbstEuropa auf der Suche nach sich selbst
Ein Symposium der Josef-Pieper-Stiftung
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, Friedbert Schulze und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von Rémi Brague, Peter Hünermann, Bernulf Kanitscheider, Paul-Michael Lützeler, Hans Maier, Gert Melville, Wolfgang Reinhard sowie Erwin Teufel

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 7
Münster: LIT 2010 – ISBN: 978-3-643-10306-2

Was macht Europa aus – der geographische Raum, seine Geschichte, die kulturelle Vielfalt, ein expansives Machtstreben, ein Wertesystem, eine Art zu denken? Europa ist auf der Suche nach sei­ner Identität. Am Ende der „Europäisierung der Welt“ steht der Kontinent vor neuen Problemen, die auf ihn zurückwirken. Gewinnen die europäischen Traditionen in einer globalisierten Welt neue Vitali­tät? Die hier veröffentlichten Referate des vierten Symposions der Josef Pieper Stiftung gehen diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Der Bogen wird von der Geschichte über die Natur­geschichte bis zu aktuellen kirchlichen Fragen geschlagen. Im Mittelpunkt steht die zweite Verlei­hung des Josef-Pieper-Preises an den in Paris und München lehrenden Philosophen und Arabisten Rémi Brague.

08 Arbeit Freizeit MusseArbeit – Freizeit – Muße
Über eine labil gewordene Balance.
Symposium der Josef Pieper Stiftung, Münster Mai 2014
Herausgegeben von Hermann Fechtrup, William J. Hoye und Thomas Sternberg

Mit Beiträgen von H. Lübbe, A. Schriefl, P.P. Riedl, K. Mainzer, H.-G. So­effner, M. Adresen, L. Adam, Sr. A. Roettger OSC, H. Maier und R. Safranski

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 8
Münster: LIT 2015 – ISBN 9783643128706

Wer über Muße rede, so formulierte Josef Pieper 1989, befinde sich von vornherein in der Defensive, in der Verteidigung, denn Arbeit und Anstrengung werde heute besonders hoch gewertet. Was hat es auf sich mit einer Zeit jenseits von Trägheit, die nicht auf ein definiertes Ziel gerichtet ist, sondern ihren Zweck in sich selbst hat? Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten im Rahmen des Sym­posions 2014 ausgewiesene Referenten das Thema Arbeit – Freizeit – Muße. Das Schlusswort hat Rü­diger Safranski, nach dem kanadischen Philosophen Charles Taylor (2004) und dem französischen Philosophen Remi Brague (2009) dritter Träger des Josef Pieper Preises.

09 Maennlich weiblich diversMännlich, weiblich, divers?
Philosophische Anthropologie der Geschlechter
Ein Symposion der Josef Pieper Stiftung
Herausgegeben von William J. Hoye, Frank Meier-Hamidi, Ulrich Schulze und Berthold Wald

Mit Beiträgen von U. Schulze, H.-B. Gerl-Falkovitz, R. Hagengruber, W.J. Hoye, S. Zekorn, W.-B. Vilh­jamsson, B. Wald

Dokumentationen der Josef Pieper Stiftung, Bd. 9
Münster: Akademie FRANZ HITZE HAUS 2020 – ISBN 978-3-00-065669-9

Über Geschlechter lässt sich trefflich streiten. Immer wieder wird in Debatten über die Reichweite und Normativität des Genderbegriffs gefragt, wie und ob das biologische Geschlecht zum Wesen des Menschen gehört. Die Josef Pieper Stiftung nahm die Verleihung des Josef Pieper Preises 2019 zum Anlass, der Frage nach einer philosophischen Anthropologie der Geschlechter nachzugehen. Unter dem Titel „Männlich, weiblich, divers?“ diskutierten die Preisträgerin und Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und die Philosophin Ruth Hagengruber über die Normativität von Geschlechtszuschrei­bungen und deren religiöser Deutung. Durch die kritische Auseinandersetzung mit einer christlich geprägten Anthropologie wird zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Le­benswerk Josef Piepers angeregt.

2. Dokumentation der Foren

Jörg Splett
Hölzernes Eisen: Stachel im Fleisch?
Christliches Philosophieren

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung am 29.9.2000

Münster: Akademie FRANZ HITZE HAUS, 2001. ISBN 3-930322-32-3

Am 29. September 2000 lud die Josef Pieper Stiftung zur Vorstellung des 7. Bandes der seit 1994 erscheinenden Werkausgabe ein. Er enthält die „Religionsphilosophischen Schriften“ Josef Piepers aus seiner mehr als fünfzigjähri­gen schriftstellerischen Tätigkeit. Professor Dr. Jörg Splett, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung, referierte aus diesem An­lass über „Christliches Philosophieren“. In überarbeiteter und erweiterter Form legt die Stiftung den Vortrag in dieser Publikation vor – verbunden mit Dank an Jörg Splett und Glück- und Segenswünschen zu seinem 65. Geburtstag.

William J. Hoye
Würde des Menschen – Licht der Vernunft
Thomas von Aquin über den Kern der Moral

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung am 5.10.2001

Münster: Akademie FRANZ HITZE HAUS, 2001. ISBN 3-930322-39-0

Die Frage nach dem, was mit dem grundlegenden Verfas­sungsbegriff der „Menschenwürde“ gemeint ist, hat eine hohe Aktualität. In den Debatten um den Schutz mensch­lichen Lebens an seinem Anfang und Ende hat die Ant­wort darauf unmittelbare Konsequenzen. Woher der Begriff stammt, wie er sich in der christlich geprägten Philoso­phie des Mittelalters entfaltete, ist eine Frage, die weit über juristisches Interesse hinausweist. Gottebenbildlichkeit ist nach Thomas von Aquin eng mit der Vernunftbegabung des Menschen verbunden. Im Licht der Vernunft wird die Wahrheit und das Richtige erkannt. Aus der Vernunftbegabung jedes Menschen, die sich aus der Schöpfung ergibt, resultiert seine Würde. Zugleich ist die vernünftige Erkenntnis der Weg zu ihrer Begründung. Anlässlich der Vorstellung von Band 2 der Werkaus­gabe der Schriften Josef Piepers „Darstellungen und Interpretationen: Thomas von Aquin und die Scholastik“ referierte Prof. Dr. William Hoye, seit Beginn der Stiftungsar­beit Mitglied des Wissenschaftlichen Bei­rats. Diese Publikation ist die überarbeitete und ergänzte Fassung seines Vortrags.

Hans Maier
Was sie lasen, wie sie schrieben
Die deutschen Katholiken und die Literatur

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung am 26.9.2004

Münster: Akademie FRANZ HITZE HAUS, 2004. – ISBN 3-930322-46-3

„Was lasen Katholiken im 19. und im frühen 20. Jahrhundert, vor dem Ersten Weltkrieg? Gab es besondere Vorlieben, Gewohnheiten, Traditionen? Wie breit, wie interessiert war das lesende Publikum? Und wie schrieben die katholischen Schriftsteller – Poeten, Gelehrte und Publizisten -, woran erkannte man sie, an welchen Mustern orientierten sie sich? Fiel die katholische Literatur ins Gewicht, hatte sie Anteil an der nationalen Kultur, oder lebten auch die katholischen Au­toren damals – im mehrheitlich evangelischen Deutschland – in einem Ghetto? […] Ich meine, es lohnt sich, die alten Fragen unter neuen Ge­sichtspunkten (Säkularisation, Sozial- und Bildungsgeschich­te, Milieubindung, Internationalität) wiederaufzunehmen. Das sei im folgenden, ganz subjektiv und skizzenhaft, ver­sucht.“ (H. Maier) – Dokumentation des Vortrags anlässlich der Vorstellung des Bandes mit den „Autobiographischen Schriften“ der Werkausgabe Josef Piepers.

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Ludwig Siep
Private und öffentliche Aufgaben

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung am 18.3.2005

Münster: Akademie FRANZ HITZE HAUS, 2005. – ISBN 3-930322-49-8

„In der öffentlichen Diskussion und der Politik vieler Länder streitet man darüber, was private und öffentliche Aufgaben sind. Es geht vor allem dar­um, was Individuen oder private Unternehmen am besten leisten können und wo staatliche Leistungen unersetzbar sind. Ist Erziehung und Aus­bildung Privatsache oder zumindest teilweise eine staatliche Aufgabe? In­wieweit muss der Staat für die Gesundheit seiner Bürger sorgen? Welche Anstrengungen muss er dafür übernehmen, dass die Bürger Arbeit finden?Wie weit kann man die Sicherheit durch private Dienste garantieren? […] Mir geht es im Folgenden nicht um das Private und Öffentliche generell, sondern um private und öffentliche Aufgaben. Nach einem kurzen Blick auf Vorschläge zur allgemeinen Begriffsbestimmung von privat und öffentlich (I) gehe ich auf einige wichtige Positionen der Geschichte der politischen Philosophie ein, die sich mit den besonderen Gütern der Familie oder des Hauses, der Gesellschaft und des Staates befassen (II). Dann versuche ich, das Charakteristische privater und öffentlicher Güter allgemeiner zu be­stimmen (III). Zum Schluss komme ich auf die Ausgangsfrage zurück, wer für die Bereitstellung solcher Güter wie Wissenschaft und Bildung, Arbeit und Sicherheit am besten geeignet ist (IV).“ (L. Siep)

Klaus Müller
Wie viel Neues verträgt die Offenbarung?
Christentum zwischen Innovation und Tradition

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung 2010

Schriften der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS XIII
Münster: Verlag der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS, 2010 – ISBN 978-3-930322-56-5

„Seit Kant scheint mir nicht mehr hintergehbar, dass die menschliche Vernunft den Anspruch eines Absoluten, wenn sie einen solchen denn vernimmt, nur in dem Echo gewahren kann, das dieser im Medium ihrer End­lichkeit erzeugt. Weil endliche Vernunft aber geschichtlich verfasst ist, hat sie das Absolute nie im Griff, sondern ver­nimmt sie es immer neu in unverfüglichen Aha-Erlebnissen, disclosure-situations (wie die Analytische Philosophie sagt), die sich kraft geschichtlicher Konstellationen unverfüglich ereignen. Insofern gehört Neuheit konstitutiv zu Offenba­rung. Die Vertrautheit der endlichen Vernunft mit sich selbst als Resonanzraum des Absoluten verschränkt aber diese Neuheit mit einem Zug des Unvordenklichen, durch den alle Offenbarung zugleich die Signatur des Immer-schon erhält. Wenn es so etwas wie Ur-Offenbarung gibt, wird man sie im Raum der Selbstverständigung bewussten Lebens oder an­ders gesagt: in einer um den Subjektgedanken zentrierten Anthropologie aufsuchen müssen. Josef Pieper ist diesen Weg nicht gegangen. Zu suspekt war ihm dafür die Moderne, der er meinem Eindruck nach doch nur sehr verengt mit Blick auf Jean Paul Sartre wahrgenom­men hat. Mein Anliegen freilich war nicht zuletzt zu zeigen, wie anschlussfähig dennoch wichtige Überlegungen Piepers auch an ein Philosophieren sind, das sich der selbstkritisch gewordenen reflektierten Moderne von heute verpflichtet weiß.“ (K. Müller)

Martin Kämpchen
Versuch über die Muße
Eine indische Antwort auf Josef Pieper

Vortrag in einem Forum der Josef Pieper Stiftung am 25.3.2011

Schriften der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS XIV
Münster: Verlag der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS, 2011 – ISBN 978-3-930322-58-9

„Muße heißt, mit gutem Gewissen den Gedanken freien Lauf lassen; Muße heißt, unangestrengt den Gefühlen und der Phantasie erlauben, Assoziationen zu weben und zu flechten – in dem Bewusstsein, dass dies gut ist für die Gesamtverfassung des Men­schen. Es ist diese Großzügigkeit, diese Großherzigkeit, die unsere abendländische Auffassung von Muße prägt und in einen weiten geistigen Raum stellt, den sie in Freiheit ausfüllt. In Indien wollen die Schulen des Yoga diese spie­lerische Freiheit nicht dulden. Im Gegenteil, der Yo­ga trachtet danach, Gedanken, Gefühle und Phanta­sie zu kanalisieren, zu zügeln und zu vermindern. Das Ziel ist, sie insgesamt zu unterbinden. […] Das also ist eine – erste, vorläufige – Antwort Indiens auf die Muße, die Josef Pieper als ‚eines der Fundamente der abendländischen Kultur‘ feiert: Muße ist unerlaubtes ‚Sich-Gehen-Lassen‘. Sie steht im Gegensatz zu der Errungenschaft Indiens, dem Yoga. […] In meinem ‚Versuch‘ jedoch möchte ich, dass sich die europäische und die indische Lebenshal­tungen annähern und in einen Austausch treten. Darum postuliere ich: die Muße ist eine notwendige und gesunde Stufe vor der inneren Ruhe. Muße ist – so betrachtet – eine Vorbereitung auf den seelisch­ geistigen Ruhezustand des Yoga.“ (M. Kämpchen)

Walter Mesch
Aristoteles über das gute Leben
Eine antike Konzeption und ihre aktuelle Bedeutung

Dokumentation eines Forums der Josef Pieper Stiftung vom 20. März 2015

Schriften der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS XVIII, hg. von H. Fechtrup, W. Hoye und Th. Sternberg
Münster: Verlag der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS, 2015 – ISBN 978-3-930322-67-1

Das gute Leben stand lange im Zentrum der philosophischen Ethik, wurde in der modernen Moralphi­losophie aber weitgehend an den Rand gedrängt. Seit einigen Jahrzehnten wird das alte Thema wie­der verstärkt diskutiert, und zwar nicht zuletzt im Rückgriff auf die prominente Konzeption des Aris­toteles. 

Heinrich Niehues-Pröbsting
Von der Theologie zur Philosophie
Der Philosoph Hans Blumenberg

Dokumentation eines Forums der Josef Pieper Stiftung vom 20. März 2015

Schriften der AKADEMIE FRANZ HITZE HAUS XXI, hg. v. W. Hoye, H. Fechtrup und Th. Sternberg
Münster 2016 – ISBN 978-3-930322- 70-1

Hans Blumenberg (1920-1996) ist einer der bekannte­sten und wirkungsvollsten deutschen Philoso­phen des vorigen Jahrhunderts. Von 1970 bis 1985 lehrte er neben seinem Kollegen Josef Pieper in Münster. In der Lübecker Diaspora wuchs Blumenberg in einer katholi­schen Familie auf und studier­te zunächst in St. Georgen Theologie, was er wegen der jüdischen Herkunft seiner Mutter aufgeben musste. In einem seiner letzten Brief schreibt er 1996 an Uwe Wolff, er habe zwar seinen Glauben verlo­ren, nicht aber die Liebe zur Kirche. Der katholische Glaube und Heideggers Philosophie haben den Philosophen entscheidend beeinflusst, auch nachdem er sich von beiden abgewandt hatte, zu­nächst von Heidegger und dann vom Glauben; er blieb beiden in der Negation verbunden. Die kritische Aus­einandersetzung damit hat ihn ein Leben lang beschäf­tigt und seine Philosophie geprägt.

Stephan Herzberg
Ethischer Realismus
Zum Ethik-Konzept Josef Piepers

Dokumentation eines Forums der Josef Pieper Stiftung am 11.9.2019

Münster: Aschendorff 2020. – ISBN 978-3-402-24701-3

Josef Pieper ist mit seinen Abhandlungen über die Tugenden weltbekannt geworden. Er steht wie kein anderer für eine Revitalisierung der Tugendlehre in der deutschsprachigen Ethik des 20. Jahr­hunderts. Doch was für eine Konzeption von Ethik steht hinter seinen Tugendbüchern? Wie ist sein „Ethischer Realismus“ vor dem Hintergrund der heutigen Debatten genauer zu charakterisieren? Die vorliegende Abhandlung arbeitet das Ethik-Konzept Josef Piepers genauer heraus und bringt einige zentrale Annahmen wieder neu ins Gespräch mit der Gegenwartsphilosophie.

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