Werkausgabe

Als eines ihrer ersten Projekte förderte die Stiftung von 1996 bis 2008 die Herausgabe der Werkausgabe „letzter Hand“ durch Prof. Dr. Berthold Wald. Das Erscheinen des ersten Bandes konnte Josef Pieper seinerzeit noch selbst erleben. Die auf acht Bände und zwei Ergänzungsbände angelegte Ausgabe umfasst alle bisher gedruckten Monographien sowie den größten Teil der in deutscher Sprache veröffentlichten Vorträge, Zeitschrif­tenartikel, Beiträge, Kleinschriften und autobiographischen Schriften Josef Piepers. Leitfaden für die Zusammenstellung war ihre (überwiegende) Zugehörigkeit zu einzelnen Sachgebieten der Philoso­phie. Die Wiedergabe der Druckschriften folgt dem Text der jeweils letzten, vom Autor selbst durch­gesehenen Auflage. Zusätzlich werden erstmals auch ungedruckte Texte – in der Regel Vorlesungs­manuskripte – aus dem umfangreichen handschriftlichen Fundus veröffentlicht.

Band 1: Darstellungen und Interpretationen: Platon

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2002 – ISBN 978-3-7873-3981-5
VIII, 392 Seiten. – gebunden

„Es ist eine erstaunliche Sache, daß Platon, dieser Ahnherr aller abendländischen Philosophie, in ei­nem achtzigjährigen Leben ausschließlich Dialoge geschrieben hat, also nicht Lehrbücher und Ab­handlungen, wie wir sie heute gewohnt sind, sondern Gespräche, in welchen er sehr lebendig und konkret gezeichnete menschliche Gestalten zusammenführt. Wenn diese Tatsache nicht etwas bloß Äußerlich-Zufälliges ist, dann bedeutet sie doch wohl: daß Platon das, was er zu sagen hatte, durch Gestalten, durch lebendig geprägte menschliche Figuren ausgesprochen hat, und nicht allein durch Thesen, Lehrsätze, Argumentationen.“ (Josef Pieper). Neben Thomas von Aquin haben die Dialoge Platons entscheidend das philosophische Werk Josef Piepers geprägt. Von bleibender Aktualität ist für ihn Platons Auseinandersetzung mit der Sophistik um die Funktion der Sprache und die Begründung von Recht und Gerechtigkeit ebenso wie Platons ausdrückliche Anerkennung einer mythischen Überlieferung und Offenheit für den Wahrheitsan­spruch der dichterischen wie religiösen Inspiration.

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Band 2: Darstellungen und Interpretationen: Thomas von Aquin und die Scholastik

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2001 – ISBN 978-3-7873-3983-9
VI, 490 Seiten. – gebunden

Ziel des Studiums der Philosophie ist es, herauszufinden, nicht was andere gedacht haben, sondern wie die Wahrheit der Dinge sich verhält“. Dieses programmatische Wort aus einem Aristoteleskom­mentar des Thomas von Aquin hat Josef Pieper seiner ersten größeren Arbeit über Leben und Werk des bedeutenden mittelalterlichen Theologen vorangestellt und selbst in allen späteren Schriften zu Gestalten und Problemen der mittelalterlichen Philosophie vorbildlich realisiert. Das, was wir wissen, mit dem zu verknüpfen, was wir glauben – diese Aufgabe bleibt dem Philosophierenden jederzeit ge­stellt. Pieper zeigt zweierlei: mit welcher Denkenergie sie in der Zeit zwischen Boethius und Wilhelm von Ockham angegangen worden ist, und warum die mittelalterliche Philosophie paradigmatisch ist und unwiederholbar zugleich.“ Der Band enthält die wichtigsten Schriften Josef Piepers zu Thomas von Aquin und zur mittelalterlichen Philosophie sowie zwei bislang unveröffentlichte Vorlesungsma­nuskripte.

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Band 3: Schriften zum Philosophiebegriff

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2004 – ISBN 978-3-7873-1666-3
V, 345 Seiten. – gebunden

Ausgehend von der Frage nach Sinn und Legitimation der Philosophie rekonstruiert Josef Pieper zen­trale abendländische Positionen, denn das Philosophieren benötigt neben der Offenheit für das Gan­ze und der Fähigkeit zum Staunen stets die Tradition als Ausgangsbasis. Dieser Band enthält zahlrei­che Schriften und Vorträge, in denen Piepers Philosophieverständnis explizit wird. Seitdem der Er­kenntnisfortschritt in den Wissenschaften, wirtschaftlicher Aufschwung und soziale Daseinsfürsorge mit der erhofften Beseitigung grundlegender Ungewißheiten auch die Philosophie selbst überflüssig zu machen scheint, haben sich alle bedeutenden Philosophen des Jahrhunderts der Frage nach Be­rechtigung und Nutzen des Philosophierens gestellt.
Unter verschiedenen Perspektiven hat Josef Pieper zu dieser Diskussion um Sinn und Berechtigung des Philosophierens Stellung bezogen und auf die untergründige Verbindung der anhaltenden Legiti­mationskrise mit den spezifischen Eigentümlichkeiten des neuzeitlichen Philosophiebegriffs hinge­wiesen. In der interpretierenden Rekonstruktion zentraler Positionen der abendländischen Philoso­phie wird dabei die ursprüngliche Gestalt eines Philosophierens erkennbar, das aus dem Dilemma falscher Alternativen befreit und das Anliegen des Philosophierenden wieder mit dem Denken und Sprechen des heutigen Menschen, seinem Verlangen nach geistiger Orientierung verbindet.
Dieser Band der Werkausgabe Piepers enthält neben bereits veröffentlichten Schriften auch bisher ungedruckte Vorträge, den Münsteraner Habilitationsvortrag (über eine These Martin Heideggers), die Antrittsvorlesung (Philosophische Bildung) sowie einen Vortrag (nicht-christliche Philosophie) aus der Zeit seiner ersten Gastprofessur in den USA.

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Band 4: Schriften zur Philosophischen Anthropologie und Ethik:
Das Menschenbild der Tugendlehre

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 1996 – ISBN 978-3-7873-3979-2
VI, 442 Seiten. – gebunden.

Unbeirrt durch wissenschaftliche Trends hat Josef Pieper es wie kein anderer verstanden, den ur­sprünglichen Sinn der antik-mittelalterlichen Tugendlehre erneut zugänglich zu machen und von sei­nen vielfältigen Missdeutungen klar zu unterscheiden. Seine Schriften zu den vier Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß sowie den drei theologischen Tugenden Glaube, Hoff­nung und Liebe werden hier erstmals in einem Band vorgelegt. Es gibt vermutlich keine andere Dar­stellung in diesem Jahrhundert, die in der Auslegung aller sieben Haupttugenden einen ebenso gründlichen wie umfassenden Einblick in die Fundamente der abendländisch-christlichen Lebensleh­re gewährt.

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Band 5: Schriften zur Philosophischen Anthropologie und Ethik:
Grundstrukturen menschlicher Existenz

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2007. – ISBN 978-3-7873-1847-6
VI, 442 Seiten. – gebunden

Die in diesem Band versammelten, thematisch sehr verschiedenen Schriften Josef Piepers kommen darin überein, die inkommensurable Dimension des spezifisch Menschlichen zu beschreiben und ein Bild des Menschen zu verteidigen, das es uns möglich macht, uns darin wiederzuerkennen“ (Arnold Gehlen). Dieses Bild wird für Pieper wesentlich bestimmt durch die Wahrheitsfähigkeit des menschli­chen Geistes, der (im Sinne Kierkegaards) bereits als Verhältnis gesetzt ist und eben deshalb sich zur Wirklichkeit im Ganzen in ein Verhältnis zu setzen vermag. Den unterschiedlichen Bestimmungen dieses Verhältnisses gehen die Einzelbeiträge des Bandes nach, deren systematische Absicht in ei­nem ganz und gar durchsichtigen Bezug zu den Quellen des abendländisch-christlichen Menschen­bildes entwickelt wird.“

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Band 6: Kulturphilosophische Schriften

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 1999. – ISBN 978-3-7873-3916-7
VI, 472 Seiten. – gebunden

Die kulturphilosophischen Schriften Josef Piepers wollen dazu anleiten, „sich einer ursprünglichen Sinnerfahrung der Welt und der christlichen Zukunftshoffnung wieder gleichzeitig zu machen“. Dies geschieht in kritischer Auseinandersetzung mit dem Arbeitsethos und dem Fortschrittsoptimismus einer technischen Zivilisation, die ihre Universitäten als effiziente Dienstleistungsunternehmen ver­steht und die menschliche Sprache weithin als Herrschaftsmittel benutzt. Pieper rekonstruiert ein Geschichtsverständnis, das Handlungsperspektiven ohne Preisgabe persönlicher Verantwortlichkei­ten eröffnet und der Verzauberung durch den visionären Evolutionismus (Teilhard de Chardin) und die utopischen Geschichtsbilder (Bloch) widersteht.

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Band 7: Religionsphilosophische Schriften

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2000. – ISBN 978-3-7873-1227-6
VIII, 649 Seiten. – gebunden

„Wenn Religion mit elementaren Gewißheiten einer Weltansicht nicht mehr in Einklang zu bringen ist, löst sie sich auf.“ (Joseph Kardinal Ratzinger) Hier liegt sicher eine der Wurzeln für die neuzeitliche Krise des christlichen Wahrheitsanspruchs, wobei nicht ausgemacht ist, ob zumindest ein Teil der „Schwierigkeit, heute zu glauben“, nicht auch auf schlichter Unkenntnis, auf fehlgeleiteten Annah­men über die Voraussetzungen und den Gehalt des christlichen Glaubens beruht. Wenn Glauben heißt, etwas auf das Zeugnis eines anderen hin als wahr und wirklich anzunehmen, dann hebt der Vorbehalt gegenüber der Existenz des zu glaubenden Sachverhalts auch die Möglichkeit des Glau­bens auf, „denn ohne Zustimmung glaubt man überhaupt nicht.“ (Augustinus) Niemand wird jedoch zustimmen können, wenn er nicht vorher – so gut es eben geht – in den Stand gesetzt wurde zu ver­stehen, was ihm da und mit welchen Gründen zu akzeptieren zugemutet wird. Hierin für mehr Klarheit zu sorgen, ist das Hauptverdienst von Piepers „Schriften zur Religionsphilosophie“.

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Band 8.1: Miszellen. Register und Gesamtbibliographie

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2005. – ISBN 978-3-7873-1228-3
VII, 414 Seiten. – gebunden

Dieser Band enthält Miszellen, die thematisch zu den Bänden 1 bis 5 der Ausgabe gehören: I. Platon, II. Scholastik, III. Philosophie, IV. Tugend, V. Menschliche Existenz.

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Band 8.2: Miszellen. Register und Gesamtbibliographie

Mit einer CD-ROM, die den Volltext der Werkeausgabe anhand einer professionellen Retrievalsoftwa­re komfortabel zugänglich macht.

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2008. – ISBN 978-3-7873-1723-3
X, 533 Seiten. – gebunden

Dieser Band enthält Miszellen zu den Themen Kulturphilosophie und Religionsphilosophie sowie Re­zensionen, Notizen, Biographisches, eine Gesamtbibliographie und ein Personen- und Sachregister zur gesamten Ausgabe. Die CD-ROM enthält sämtliche Texte der Ausgabe sowie querverlinkte Perso­nen- und Sachregister und ermöglicht die rasche Suche nach Begriffen und Wortkombinationen.

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Band 9 (Ergänzungsband 1): Frühe soziologische Schriften

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2004. – ISBN 978-3-7873-1637-3
VI, 458 Seiten. – gebunden

Als Assistent (1928-1932) am Münsteraner „Forschungsinstitut für Organisationslehre und Soziolo­gie“ ist Josef Pieper unmittelbar nach seiner Promotion über die Ethik des Thomas von Aquin zu­nächst mit Arbeiten auf dem Gebiet der formalen Soziologie in Erscheinung getreten. Er wendet sich darin vor allem gegen die Reduktion des Sozialen auf das Gemeinschaftliche und sucht demgegen­über die Gleichursprünglichkeit von Gesellschaft, Gemeinschaft und Organisation zu erweisen. Dane­ben übersetzt und kommentiert Pieper die päpstlichen Sozialenzykliken, deren sozialkritische Inten­tion in den kirchenoffiziellen Ausgaben für ihn nicht deutlich genug zum Ausdruck kommt.
In seiner Zeit als leitender Mitarbeiter am „Dortmunder Institut für neuzeitliche Volksbildungsarbeit (1932-1940) kommen sozialpädagogische Themen hinzu. Unter dem Deckmantel kirchlicher Bil­dungsarbeit geht es Pieper insbesondere darum, Notwendigkeit und Gehalt „totaler Bildung“ der na­tionalsozialistischen Deutungsmacht zu entwinden.

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Band 10 (Ergänzungsband 2): Autobiographische Schriften

Herausgegeben von Berthold Wald

Hamburg: Felix Meiner 2003. – ISBN 978-3-7873-1649-6
706 Seiten. – gebunden

Ein „kosmopolitischer Eremit“ wurde Josef Pieper von seinem Kollegen Fernando Inciarte an seinem 90. Geburtstag genannt. Kein Wort könnte besser die Signatur eines Lebens benennen, das in seiner Zeit- und Weltverbundenheit die eigene Mitte erkundet und vertieft hat. Von hoher erzählerischer Qualität eröffnen die autobiographischen Aufzeichnungen Piepers eine Fülle von Perspektiven für un­terschiedliche Leseinteressen. Pieper berichtet von seinen Begegnungen mit zeitgeschichtlich be­deutenden Persönlichkeiten, von seinen zahlreichen Gastprofessuren in Nordamerika und Kanada und den Forschungsreisen in die asiatische Welt zum Studium der östlichen Festkultur. Vor allem philosophisch interessierte Leser werden in den autobiographischen Schriften weiteren Aufschluß finden zur Genese und Deutung des philosophischen Werks. Dies ist jedoch nur ein Ausschnitt eines vielfarbigen Ganzen, das im Spiegel des eigenen Lebens beinahe über ein ganzes Jahrhundert hinweg die Veränderung sozialer, kultureller und kirchlicher Milieus dokumentiert.“

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Übersetzungen zu Thomas von Aquin

Person und Denken des Thomas von Aquin (1224/5-1274) für unsere Zeit zu erschließen, war eines der zentralen Anliegen Josef Piepers. Seine Einführungen zu Thomas haben inzwischen den Rang von „Klassikern“. Seine Sammlungen thomanischer Sentenzen zeugen von einer umfassenden Kenntnis  des thomanischen Gesamtwerks. Seine Interpretationen zum „negativen Element“ in der weltsicht des Thomas von Aquin oder zum Begriff der „Kreatürlichkeit“ führen zum Zentrum, aus dem das Denken des Thomas lebt und verständlich wird.

In der Reihe „Thomas von Aquin – Einführende Schriften“ erschienen von 2017 bis 2021 erstmals gesammelt die Übersetzungen verschiedener Werke des Thomas von Aquin, die Josef Pieper (1904-1997) im Laufe seines akademischen Schaffens angefertigt hat. In ihrer Gesamtheit ergeben sie ein Porträt, das nicht nur einen Zugang zum Denken des Thomas, sondern auch zu seiner geistigen wie geistlichen Persönlichkeit eröffnet. Sie laden dazu ein, „den letzten großen Theologen der noch un­geteilten Christenheit“ (neu) kennenzulernen.

Thomas von Aquin
Das Wort. Kommentar zum Prolog des Johannes-Evangeliums
Lateinisch-deutsch

Übersetzt von Josef Pieper
(= Einführende Schriften, Band 1, herausgegeben von Hanns-Gregor Nissing und Berthold Wald)

München: Pneuma 2017 – ISBN 978-3-942013-35-2
244 S. – Paperback

Im Kommentar zum Prolog des Johannes-Evangeliums, den Thomas von Aquin (1224/5-1274) ge­gen Ende seines Lebens verfaßt hat, kristallisieren sich die verschiedenen Elemente seiner Person und seines Schaffens wie in einem Brennglas: seine Berufung zum Dominikanermönch, die ganz im Zeichen der Verkündigung des Wortes Gottes stand; seine Nähe zum Denken des Aristoteles, dessen Philosophie und Logik er für das christliche Denken fruchtbar zu machen wußte; sein Selbstverständ­nis als Magister der Theologie, für den die Heilige Schrift und ihre Auslegung Quelle und Ursprung al­ler weiteren Systematik war; ja: seine Theologie insgesamt, die von hier aus in ihren verschiedenen Themen zugänglich wird. Nicht zu Unrecht hat man seinen Kommentar als „das theologische Werk par excellence“ des Thomas von Aquin bezeichnet und als „die großartigste Formulierung der Logos-Lehre, die sich in der abendländischen Theologie findet“ (J. Pieper).

Thomas von Aquin
Das Herrenmahl. Der Eucharistie-Traktat der Summa theologiae (III 73-83)
Lateinisch-deutsch

Übersetzt von Josef Pieper
(= Einführende Schriften, Band 2, herausgegeben von Hanns-Gregor Nissing und Berthold Wald)

München: Pneuma 2018 – ISBN 978-3-942013-36-9
210 S. – Paperback

Mit seinen eucharistischen Dichtungen hat Thomas von Aquin (1224/5-1274) der Kirche sein geistli­ches Vermächtnis hinterlassen. Was in den liturgischen Hymnen zum Fronleichnamsfest in poeti­scher Verdichtung erscheint, findet im Herrenmahl-Traktat der Summa theologiae seine theologische Entfaltung und Begründung: Biblische Spiritualität und aristotelische Wissenschaftlichkeit verbinden sich zu einem organischen Ganzen, in dessen Zentrum die klassische Ausformulierung der Lehre von der „Transsubstantiation“ der eucharistischen Gestalten steht. Als letzter Abschnitt seines Haupt­werks, den Thomas fertiggestellt hat, ehe er kurz vor Ende seines Lebens die Arbeit an der theologi­schen Summe abbrach, gehört die Lehre von der Eucharistie zum zentralen Erbe seiner Person und seines Werks.

Thomas von Aquin
Das Credo. Auslegungen zum Apostolischen Glaubensbekenntnis
Lateinisch-deutsch

Übersetzt von Josef Pieper, Heinrich Raskop und Hans Schulte
(= Einführende Schriften, Band 3, herausgegeben von Hanns-Gregor Nissing und Berthold Wald)

München: Pneuma 2019 – ISBN 978-3-942013-37-6
210 S. – Paperback

Person und Werk des Thomas von Aquin (1224/5-1274) erschließen sich vor allem von seinem Selbstverständnis als Predigerbruder her. Es sind daher seine Predigten, die einen besonderen Zu­gang zu ihm und seinem Denken eröffnen. Einen hervorragenden Rang nimmt hierbei die Predigtreihe zum Apostolischen Glaubensbekenntnis ein, die Thomas vermutlich in der Fastenzeit 1273 in Neapel gehalten hat.
Als persönliches Zeugnis seines Glaubens, den er in einfacher und verständlicher Sprache darlegt, geben die Collationes in Symbolum Apostolorum einen einzigartigen Einblick in seine Theologie und Spiritualität. Kaum ein Werk des Thomas von Aquin scheint geeigneter für eine erste Bekanntschaft mit ihm.

Thomas von Aquin
Das Vater unser. Auslegungen zum Herrengebet
Lateinisch-deutsch

Übersetzt von Josef Pieper
(= Einführende Schriften, Band 4, herausgegeben von Hanns-Gregor Nissing und Berthold Wald)

München: Pneuma 2020 – ISBN 978-3-942013-38-3
140 S. – Paperback

Die Predigten über das Vater unser, die Thomas von Aquin (1224/5-1274) in seinem letzten Lebens­jahr in Neapel gehalten hat, führen zu den geistlichen Quellen, aus denen sein Lehren und sein Schreiben leben. Denn es ist das Gebet, in dem sich der Mensch unmittelbar mit Gott als seinem ersten Ursprung und seinem letzten Ziel verbindet und seine innerste Sehnsucht und Hoffnung zum Ausdruck bringt. Das Vater unser, das Jesus Christus selbst seine Jünger gelehrt hat, gibt dieser menschlichen Sehn­sucht eine kurze und prägnante Formulierung. Es fasst alles in sich, worum der Mensch bitten kann, und wird damit für Thomas zur „Summe unserer Hoffnung“.

Thomas von Aquin
Die Zehn Gebote. Auslegungen zum Dekalog und zum Doppelgebot der Liebe
Lateinisch-deutsch

Übersetzt von Josef Pieper
(= Einführende Schriften, Band 5, herausgegeben von Hanns-Gregor Nissing und Berthold Wald)

München: Pneuma 2021 – ISBN 978-3-942013-39-0
210 S. – Paperback

Das Denken des Thomas von Aquin (1224/5-1274) steht unter dem Vorzeichen des Praktischen. Eine zentrale Rolle in seiner Ethik spielt der Begriff des Gesetzes. Es hat seinen Kristallisations- und Mit­telpunkt in den Zehn Geboten, die Gott seinem Volk am Sinai gegeben hat. In seinen Predigten zum Dekalog stellt Thomas die Zehn Gebote in den Horizont der christlichen Gottes- und Nächstenliebe und erschließt sie als umfassendes Modell gelingenden Menschseins – anthropologisch, theologisch und spirituell.

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