Leben


Josef Pieper wurde am 4. Mai 1904 in Elte, einem Dorf im Münsterland, geboren. Er studierte an den Universitäten Münster und Berlin Philosophie, Rechtswissenschaft und Soziologie. Nach Tätigkeiten als Soziologe und freier Schriftsteller wurde er ordentlicher Professor für philosophische Anthropolo­gie an der Universität Münster, wo er noch im hohen Alter als Emeritus lehrte. Mehrfach wurde er durch Ehrenpromotionen und internationale Preise von hohem Rang ausgezeichnet. Am 6. November 1997 starb er in seinem Wohnhaus in Münster.

1904-1923

Kindheit und Jugend

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1904, 4. Mai
Josef Pieper in Elte, Kreis Steinfurt (Westf.), geboren
 
1912, Herbst
Übersiedlung nach Münster (Westf.) wegen Versetzung des Vaters, der später Rektor der dortigen St.-Josefs-Schule wird

1919
Mitglied im katholischen Jugendbund Quickborn 

1923
Abitur am Gymnasium Paulinum in Münster

1923, Mai-Oktober
Fahrt nach Dänemark, Schweden und Island

1923-1932

Studien- und Assistenzzeit

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1923-1928
Universitätsstudium (Philosophie, Rechtswissenschaft, Soziologie), Universitäten: Münster, Berlin (WS 1926/27)

1928, Februar
Promotion zum Dr. phil. in Münster

1928-1932
Assistent bei Prof. Dr. Johann Plenge am „Forschungsinstitut für Organisationslehre und Soziologie“ der Westfälischen Wilhelms-Universität

1932-1940

Freie schriftstellerische Tätigkeit

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seit 1933
leitende Mitarbeit am „Institut für neuzeitliche Volksbildungsarbeit“ (Dortmund)
 
1935, 23.4.
Heirat mit Hildegard Münster; Übersiedlung nach Dortmund
 
1936, 21.6.
Geburt des Sohnes Thomas

1938, 4.5.
Geburt der Tochter Monika
 
1938, 1.9.
Übersiedlung nach Münster; weiterhin freie Mitarbeit am Dortmunder Institut für neuzeitliche Volks­bildungsarbeit

1939-1945

Kriegsjahre

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Pieper_Sohn_i

1940, 1.2.
Einberufung zum Wehrdienst (Heerespsychologie)
 
1942, 10.3.
Geburt des Sohnes Michael

1942, 15.12.
Entlassung aus der Wehrmacht (Auflösung der Eignungs-Prüfstellen)

1943, Januar
Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Hauptfürsorgestelle der Provinz Westfalen; Eignungsunter­suchungen an Schwerkriegsbeschädigten

1944, Oktober
Erneute Einberufung zur Wehrmacht (Luftwaffe)

1945, März
Versetzung an das Reservelazarett Bigge (Ruhr) zur Durchführung von Eignungsuntersuchungen

1945, April–Juli
Kriegsgefangenschaft; dann Rückkehr in die Tätigkeit bei der Hauptfürsorgestelle der Provinz West­falen

1945-1949

Habilitation und Dozentur in Essen und Münster

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1945, Oktober
Beginn des Habilitationsverfahrens an der Philosophischen Fakultät der Universität Münster

1946, 1.2.
Berufung als Philosophie-Dozent an die Pädagogische Akademie Essen;

1946, 29.7.
Ernennung zum Professor auf Lebenszeit

1946, 5.7.
Antrittsvorlesung als Dozent an der Philosophischen Fakultät der Universität Münster; Venia legendi als Privatdozent

1949, Frühjahr
England-Reise (auf Einladung des British Council; Begegnung mit T.S. Eliot)

1949, Frühjahr
Berufung in die »Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung« (Darmstadt)

1950-1996

Professor in Münster

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1950, 8.3.
Ernennung zum apl. Professor an der Universität Münster

1950, Juli
Berufung an die amerikanische Universität Notre Dame, Indiana (abgelehnt)

1954
Berufung an die Universität Mainz (abgelehnt)

1954, 15.1.
Berufung in die rheinisch-westfälische »Arbeitsgemeinschaft für Forschung« (heute: »Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften«)

1954, 31.3.
Korrespondierendes Mitglied (membre associé) der Société Philosophique de Louvain

1958
Berufung an die Universität München (abgelehnt)

1959, Mai
Ernennung zum ordentlichen Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster;
Beibehaltung der nebenamtlichen Tätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Essen

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1962, Sept.-Dez.
Vorlesungsreise nach Indien und Ceylon (heute Sri Lanka)

1962, 27.9.
Honorary Fellow of the State Sanskrit College, Calcutta

1963, Sept..-Nov.
Vorlesungsreise nach Ostasien (Hong Kong, Süd-Korea, Japan, Taiwan, Philippinen, Vietnam, Thai­land)

1964, 25.7.
Plötzlicher Tod des Sohnes Thomas in USA

 

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1972, September
Emeritierung; weiter regelmäßige Lehrveranstaltungen an der Universität Münster

1980, 19.5.
Berufung in die Pontificia Academica Romana di S. Tommaso D’ Aquino, Rom

1984, 25.6.
Tod der Ehefrau Hildegard, geb. Münster

1986, Mai
Berufung in den Senat der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein

 

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1991
Gründung der »Josef Pieper Stiftung« zur Förderung von Wissenschaft und Bildung, Münster

1994, 12.-14.5.
Wissenschaftliches Symposium zu Piepers 90. Geburtstag im Rathaus zu Münster

1996, Sommersemester
Letzte Vorlesung an der Universität Münster (»Was heißt Glauben?«)

1997, 6. November
Tod von Josef Pieper in seinem Wohnhaus in Münster

Autobiographie

In den Jahren 1976 bis 1988 hat Josef Pieper eine dreibändige Autobiographie veröffentlicht:

Noch wußte es niemand. Autobiographische Aufzeichnungen 1904-1945, München 1976
Noch nicht aller Tage Abend. Autobiographische Aufzeichnungen 1945-1964, München 1979
Eine Geschichte wie ein Strahl. Autobiographische Aufzeichnungen seit 1964, München 1988

Sie sind eingegangen in Band 10 (Ergänzungsband 2): Autobiographische Schriften der Werkausgabe, Hamburg 2008.

Gelesen von Dieter Hattrup findet sie sich auf YouTube:

Ausstellung zum 100. Todestag

Anläßlich des 100. Geburtstags Josef Piepers im Jahr 2004 veranstaltete die Josef-Pieper-Stiftung in Zusammen­arbeit mit der Universitäts- und Landesbibliothek Münster und der Katholisch-Theologischen Fakul­tät der Westfälischen Wilhelms-Universität eine Ausstellung unter dem Titel „Europäische Werte denken. Josef – Pieper – Philosoph, Lehrer, Autor“.
Zu sehen waren neben originalen Briefen, Notizen, Manuskripten und Büchern auch seltene Stücke, vor allem Leihgaben der Familie, der Josef Pieper Stiftung und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Eine mediale Präsentation von Fernsehfilmen und Tondokumenten rundete die Ausstellung ab. Vorbereitet wurde sie von Prof. Dr. William Hoye sowie den Fachreferenten für Theologie und für Philosophie der Universitäts- und Landesbibliothek, Dr. Holger Flachmann und Matthias Kayß M.A.

Beiheft zur Ausstellung
Wortbeiträge

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